Jazz Goes Föhr 2019

 

Unter der künstlerischen Leitung meiner Kumpels Julian und Roman Wasserfuhr fand das Inselnationale Jazzfestival in der friesischen Karibik statt.

Montags bis einschließlich Freitag gibt es in der dritten Juli Woche ein Jazzfestival auf Föhr.

Und ich war mit vor Ort um die Künstler zu fotografieren.

Ich wollte aber nicht bloß Konzerte fotografieren. Mir schwebte außerdem vor, das Team und die Künstler zu porträtieren.

Wenn es sich ergibt eben auch ein wenig vom drumherum.

 

 

Die Anreise per Zug ging ganz gut. Die Wasserfuhrs hatten ein Fässchen ihres selbstgebrauten Jazz-Bieres „Schnaff“ dabei. Und ich war mit von der Partie. Cheers!

Das Wetter war zunächst miserabel, aber wir kamen einen Tag vor Festivalstart an und pünktlich zum Montag strahlte die nordische Sommersonne wie aus dem Bilderbuch.

Es wurde heiß. Und ich meine nicht nur das Wetter. Montag kam der legendäre Tony Lakatos samt Quartett um das Festival zu eröffnen. Er und seine Jungs spielten sich in einen Rausch. Ein gelungener Start.

Insgesamt gab es in der Woche sieben Konzerte. Fünf im Kursaal in Wyk und zwei Open Air in Utersum und Nieblum. Zusätzlich spielte Sven von Koetsveld jeden Tag Klavier auf der Promenade und sorgte für jazzige Stimmung bei den Urlaubern. Jeden Abend nach den Konzerten wurde ein Jazz Session im Aquamarin Cafe abgehalten. Dort war als Session Band das Olli Poppe Trio am Start. Klasse Musiker, die es jeden Abend schafften zahlreiche Gäste und Künstler zum gemeinsamen Spiel zu animieren.

Dienstag gab es kubanisch, exotische Rhytmen von Marialy Pacheco & Rhani Krija. 

Das Menzel und Eckert Duo brillierte mit ausgefeilten Arrangements und weichem Ton tagsüber Open Air. 

Die Künstler des Lorenzo Naccarato Trios waren für ihren Gig am Mittwoch teils mit einem Van angereist und haben trotz des anstrengenden Trips dermaßen einen rausgehauen, dass man sich wundern muss warum die nicht in der Superbowl Halbzeitpause zocken. Neben einer kleinen musikalischen Einlage mitsamt der künstlerischen Leitung gab es dann auch noch ein Tänzchen mit Julian Wasserfuhr. Das Publikum tobte.

Routinierte, wie passionierte Klasse. So könnte man den Gig des Kölners Martin Sasse mit seinem European Trio am Donnerstag beschreiben. Flitzefinger Sasse brachte den Saal schnell auf Touren. Man merkt ihm an, dass er ein gefragter Sideman amerikanischer Jazzgrößen in Europa ist.

Benny Brown und Band durften Open Air ran und präsentierten sich in Bestform. Benny zelebrierte seine Soli. Er konnte sich austoben und genoss die außergewöhliche Location. Es war ansteckend.

Der Jazz Virus hatte die Insel fest im Griff als am letzten Abend die Wasserfuhrs feat. Jörg Brinkmann die Bretter die die Welt bedeuten betraten. Bevor es jedoch soweit war hatte ich das Vergnügen die Musiker im Kursaal anzukündigen. Tags zuvor hatte ich den Bagger zu weit aufgerissen und eine Ansage Romans korrigiert. Das brachte mir den Job des Ansagers am letzten Abend ein. Zu meiner Verwunderung bekam ich das ganz gut über die Bühne und konnte mich schnell wieder auf meinen Job vor der Bühne konzentrieren. Die Künstler aus dem Bergischen mit ihrem Kompagnon machten ihrem Motto alle Ehre. Sie spielten Songs von ihrerm Album „Relaxin' in Ireland“. Das Werk entstand auf der grünen Insel und brachte auch die hiesigen Inselbewohner und Besucher in geschmeidige Stimmung. Den Spannungsbogen hatte nicht nur Jörg Brinkmann am Cello in der Hand, sondern die Wasserfuhr Brüder verstehen es wie kaum ein anderer Stimmungen zu erzeugen, Spielfreude zu zeigen und das Publikum neben der Musik auch mit humorvollen Anekdoten zu unterhalten. All das wäre nicht möglich ohne viele helfende Hände und zwei Urgesteine beim Festival. Erich und Nils. Jazz ist so vielfältig. Jedes Konzert war einzigartig und ich weiß auch 2020 wird der Jazz Virus wieder auf Föhr grassieren. 

Vielleicht gibt es dann zur Abkühlung ja auch ein paar Fässer „Schnaff“.

 

 

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